Tutorial: Palazzo-Hose

Vor ein paar Woche schwirrte mir der Gedanke vor, dass ich gern mal eine Hose nähen würde. Da das meistens mit viel Stoff verbunden ist, blieb nur eine Möglichkeit: ich wollte den 70er-Jahre Stoff verwenden, den meine Oma mir einmal mitgegeben hatte. Figurbedingt wollte ich eine weite Hose nähen und da das Muster des Stoffes im edlen Luxus-Kitsch-Stil gehalten ist, sollte es eine Palazzo-Hose werden.

Wie ich dabei vorgegangen bin, könnt ihr im nachfolgenden Tutorial nachlesen. Ich hoffe euch gefällt’s!

1. Ich habe mir bereits im letzten Jahr eine sehr weite Jersey-Hose mit floralem Muster gekauft und da mir der Schnitt sehr gut gefällt, habe ich ihn als Vorlage für meine weite Hose genommen. Zuerst habe ich meinen Stoff auf links und dann doppelt gelegt. So erhält man gleich zwei identische Hosenhälften mit einem Schnitt. Meine Vorlagen-Hose habe ich auf eben diesen Stoff gelegt und abgepaust. Da sie durch Waschen bereits eingelaufen war, habe ich meine zukünftige Hosenbeine einfach 20 Zentimeter länger gemacht. Dabei habe ich bewusst darauf geachtet, dass das Stoffende mit dem horizontalen Muster auch auf jeden Fall der Abschlusssaum für die Hosenbeine wird. Von anderen Schnittmustern weiß ich, dass die beiden vorderen Hälften im Schritt enger genäht werden, als am Po. Dies habe ich auch für meine Hose versucht zu berücksichtigen. (Anfangs habe ich nach einem „richtigen“ Schnittmuster gesucht, aber irgendwie sind mir die Burda-Muster zu kompliziert.) Entlang der aufgezeichneten Linien habe ich dann meine vier Hosenviertel ausgeschnitten und im Anschluss die vertikalen Seiten bis zum Schritt zusammengenäht. Zuerst Vorder- und Hinterteil vom linken, dann vom rechten Bein. Zuletzt habe ich meine beiden Hosenbeine zusammengenäht, in dem ich sie über die Schritt-Naht verbunden habe.

2. Nun hatte ich bereits eine Hose, die man anprobieren konnte. Um die Passform zu prüfen, bin ich direkt in mein neues Werk hereingeschlüpft. Ich musste feststellen, dass das Ergebniss gar nicht mal soweit von einer tragbaren Hose entfernt war. Allerdings waren die Hosenbeine VIEL zu lang, die Bundhöhe viel zu großzügig und im Schritt ergab sich eine unschöne Beule.

3. Die Hosenbeine waren durch einfaches Umnähen schnell gekürzt. Nur für den Bund brauchte ich mal wieder eine Weile. Zuerst habe ich ihn gekürzt, habe dann ein schickes Gummi mit passendem Stoff verkleidet und es dann an der Stoffkante angebracht. Das sah leider nicht so schön aus, wie ich es mir erhofft hatte, also habe ich mir andere elastische Bündchen aus meinem Kleiderschrank angeguckt und es so nachgemacht. Dazu habe ich ein breites Gummiband genommen und auf etwas weniger als den Umfang meiner Taille zugeschnitten. Dieses habe ich dann mit passendem Stoff umnäht und es dann unter Spannung am Hosebund befestigt. Die entstanden Raffung verschwindet dann beim Tragen und passt sich dank Dehnung meinem Bauch an. Um den Schritt chic zu machen, habe ich die Hose nochmal auf links gedreht und nur die vordere Partie kurvenförmig schmaler genäht.

4. Hier musste ich den Schritt zwar nochmal anpassen, aber dann war die Hose fertig. Insgesamt ist sie zwar nicht perfekt geworden, denn das Bündchen sitzt etwas zu eng und die Hosenbeine sind ein wenig zu kurz, aber für einen ersten Versuch ohne Schnittmuster ist sie doch ganz passabel geworden. Ich weiß noch nicht genau, wann und ob ich sie mal im Alltag tragen werden, aber sowohl die chice, als auch die legere Variante gefallen mir sehr. Was meint ihr?

Nun habe ich noch ein bisschen im Netz gestöbert und bin auf die Anleitung von Claudia Thur über Helpster gestossen, die eine Schritt für Schritt-Anleitung für eine Marlene-Hose gibt. Auch auf einer Brigitte-Seite bin ich auf eine schöne Anleitung gestoßen. signatur_wywmWeitere Inspirationen für weite Hosen findet ihr auf dem Blog Chanel fLow und auf Pinterest.

Advertisements

7 Kommentare zu “Tutorial: Palazzo-Hose

    • 😀 danke! Das mit dem „guten Nähen“ muss ich zwar noch etwas üben, aber es freut mich, dass sie dir gefällt. Die Kombi mit dem türkisen Shirt werde ich vlt echt mal die Tage ausprobieren 🙂

      • Zumindest hast Du ein Kleidungsstück gemacht, welches man tatsächlich anziehen kann. 😉 Das ist mehr als ich nähen kann! (Abgesehen von Löchern stopfen, Knöpfen annähen und Stickereien.) 😉

Ich freue mich über deine Meinung!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s