Tutorial: Kellerfaltenrock

Nun möchte ich euch gern mal wieder ein Tutorial präsentieren. Ich wollte mal wieder einen Rock nähen – und diesmal sollte er Falten haben. Von meiner Oma habe ich zwei alte Röcke aus gestärktem Baumwollstoff bekommen. Beide Röcke waren Wadenlang und meiner Meinung nach zu sehr in der Taille gerafft. Früher hat man es sicherlich so getragen, heutzutage trägt es einfach zu sehr auf. Der eine Rock ist royalblau und mit weißen Blumen im Landhausstil bedruckt. Der andere Rock hat Querstreifen in royalblau und koralle und wird von Rauten geziert. Dieser sollte nun nicht länger eingerollt im Stofffach liegen, sondern für den Sommer aufbereitet werden. Anfangs überlegte ich, ob es nicht einfach sei, ihn wie meinen grauen Cordrock in Bahnen zu legen und leicht ausgestellt zu schneidern. Aber dann entschied ich mich, etwas neues auszuprobieren. Kellerfalten sollten es werden – was hatte ich mir dabei bloß gedacht…

1. Ich habe das alte Bündchen abgetrennt und den geknitterten Stoff glatt gebügelt. Dann habe ich mich dazu entschieden, ihn erst einmal in acht Bahnen zu zerlegen. Hier bin ich ähnlich vorgegangen wie beim Cordrock, allerdings nicht ganz so keilförmig. Die Bahnen waren nach dem Beschnitt fast rechteckig, wobei ich sie nach oben hin (zu den Querstreifen) etwas angeschrägt habe. Diese habe ich dann alle wieder zusammen genäht. Die letzten beiden Bahnen blieben offen, da hier später ein Reisverschluss eingenäht wird. (Im Nachhinein glaube ich, dass die Zerteilung in Bahnen gar nicht nötig war, was mir viel Zeit erspart hätte.)

2. Die erste Hürde lag darin, die Kellerfalten mittig und vor allem ORDENTLICH in jede Bahn zu legen. Hier habe ich etwas rechnen müssen. Taschenrechner also raus: Mein Hüftumfang minus die Gesamtlänge des Roh-Bündchens. Das Ergebnis ist der Überschuss an Stoff, den ich in meine Falten insgesamt „investieren“ kann. Diesen Wert dann durch acht teilen, da ich ja pro Bahn eine Falte haben möchte. Die Zahl zeigt dann, wieviel Zentimerter Stoff jede einzelne Falte umfasst. Das muss wiederum durch zwei geteilt werden, da eine Falte aus einem linken und einem rechten Teil besteht. Am Ende ergab sich bei mir, dass die inneren Faltenkanten nicht aneinander lagen und dazwischen jeweils immer etwa zehn Zentimer Platz war. Die äußeren Kanten habe ich Stoß an Stoß und direkt auf die Naht der zuvor zusammengenähten Bahnen gelegt.

3. Damit sich hier nichts mehr verschiebt, werden die Stoßkanten der Falten mit farbigem Garn fixiert. Um für den nächsten Schrittt zu vereinfachen, habe ich den in Falten gelegten Stoff bis etwa zur Hälfte der gesamten Rocklänge gebügelt. Außerdem habe ich einmal mit einem Zick-Zack-Stich um das Bündchen herum genäht. Damit habe ich zum einen die Falten grob befestigt und außerdem den Saum vorm Ausfransen gesichert.

4. Wirklich schwer habe ich mich auch mit der finalen Fixierung der Falten getan. Mit häufigem Ruckeln und Ziehen habe ich wenige Millimeter links und rechts der Stoßkanten die beiden aufeinandertreffenden Falten etwa zehn Zentimeter vom Bündchen abwärts und wieder aufwärts befestigt. Das Ergebnis ist ziemlich ungleichmäßig und nicht sonderlich schön geworden. Ich denke, dass ich mich dennoch für den Anfang recht gut geschlagen habe! Den (eigentlich verdeckten) Reisverschluss habe ich zügig eingesetzt bekommen, im Gegensatz zum ersten Rock. Aber auch hier kann ich mich zukünftig noch verbessern. Zuletzt habe ich den überschüssigen Stoff – in etwa soviel, wie in die anderen Falten investiert wurde – links und recht vom Reisverschluss in jeweils eine kleine Falte gelegt und mit einer einfachen Naht nach unten fixiert.

5. Der Rock ist nun so gut wie fertig. Ich wollte eigentlich einen schönen flachen geneigten Bund, eine sogenannte breite Passe anbringen. Dieser liegt nämlich schön natürlich am Bauch an und trägt nicht auf. Mein erster Versuch scheiterte bereits an der vorhandenen Stoffmenge und meinem fehlenden Vorstellungsvermögen. Als nächstes habe ich es mit einem groben Gummbündchen versucht, aber auch das sah einfach schrecklich. Nachdem ich bereits endlose Mengen an Garn in das Bündchen gesteckt hatte, beschloss ich schließlich ein einfaches Gummibündchen anzubringen. Ich habe mit den letzten Stoffresten ein breites Gummiband umnäht und dieses dann an die Innenseite des Rockes genäht. An den inneren Faltennähten habe ich dieses Gummi noch zusätzlich fixiert, so dass nicht zufällig hochrutscht. Nun raffte und kräuselte der Bund sich zwar, aber immerhin war er nun einigermaßen ansehnlich. Auch beim Tragen fällt dies kaum auf. Hier das finale Ergebnis:

Was haltet ihr von meinen Rock? Geht? Oder geht gar nicht? Ein Tragebild gibts hier.

Wenn ich mich vorher etwas besser umgeschaut hätte, wäre ich auf allerhand Tutorials gestoßen, wo erklärt wird, wie man Kellerfalten RICHTIG näht. Guckt selbst:

Sven von der Nähfabrik macht kleine Falten. Ute zeigt auf ihrem Blog Schneckennasen auch noch, wie man ein Gummibündchen anbringt. ZwergnaseBär erklärt es Schritt für Schritt. Sehr schön finde ich auch den Beitrag von Tina, die in ihrem Blog Yulivee-Fashion sogar zusätzlich beschreibt, wie man Reisverschluss und Knopf anbringt. Auch auf Pinterest gibt es Mädels, die sich mit dem Nähen von Rücken beschäftigen und die besten Ideen posten. Das macht auch .meike mit ihrem Board Nähen – Röcke.

signatur_wywm

Ein Kommentar zu “Tutorial: Kellerfaltenrock

  1. Pingback: Ein Hauch von Côte d’Azur – OOTD_130­612 | Watching you, watching me!

Ich freue mich über deine Meinung!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s